17.04.2014

Es gibt sprechende Eier!



Nein, das ist kein Aprilscherz: Bei sogenannten „Nestflüchtern“ reden die Küken in den Eiern miteinander. Das Piepen dringt wirklich aus dem einen Ei heraus und kann nebenan gehört werden. Warum das so ist? Jedenfalls nicht aus Langeweile, weil Bebrütetwerden nicht so spannend ist…
Bei den Gesprächen von Küken zu Küken und von Ei zu Ei geht es um Leben & Tod!

Um zu verstehen, weshalb, müssen wir erst einmal den Begriff „Nestflüchter“ erklären: Nestflüchter, das sind Tiere, die gleich nach dem Schlüpfen die direkte Umgebung des Nestes fluchtartig verlassen, weil sich Raubtiere vielleicht die Lage des Nestes gemerkt haben und denen zartes Jungfleisch schmeckt. Also: Raus aus dem Ei und nix wie weg! Am Nest bleiben ist zu riskant.




Aber bei den Vögeln werden die Eier nacheinander gelegt. Jeden Tag ein Ei legen, das ist schon eine tolle Leistung für Vogelmütter. Wenn genug Eier da sind, beginnt das Brüten und damit die eigentliche Entwicklung der Küken in den Eiern. Bei einem Huhn kann es dann sein, dass das älteste Ei aber mehr als eine Woche älter ist als das zuletzt gelegte. Das bedeutet für das Küken darin schon einen Entwicklungsvorsprung, denn die Henne sitzt ja auch zum Legen auf den Eiern und wärmt sie. 28 Tage brütet eine Henne durchschnittlich, bis die Hühnerküken schlüpfen.

Aber nicht alle wachsen gleich schnell, auch Geschwister nicht, das wisst ihr aus eurer Klasse oder aus eurer Familie aus eigener Erfahrung. Ein Küken, das am Tag des Schlüpfens noch nicht weit genug entwickelt ist, ist verloren – denn Mutter und die Geschwister sind ja Nestflüchter. Wer nicht einigermaßen zu selben Zeit wie die anderen aus dem Ei schlüpft, bleibt allein zurück und stirbt…

Und deshalb sprechen die Küken schon im Ei miteinander. Das könnte sich so anhören:


Und genauso wird es dann gemacht: Forscher haben herausgefunden, dass bei Ei 1 das Herzchen des Kükens langsamer schlägt, während die Küken von Ei 3 und 5 wirklich Gas geben – ihre Herzen schlagen schneller und damit entwickeln sich die Küken auch schneller und wachsen flotter.
Diese Erscheinung gibt es übrigens nicht nur bei Vögeln: In Krokodilgelegen wird auch gequasselt, bevor die Jungen schlüpfen, damit das gleichzeitig passiert und Mama Bescheid weiß, wann sie das Nest verlassen.


Bei Nesthockern – die gibt es bei Vögeln auch – ist es nicht nötig, dass sich die Küken, die nackt und blind geboren werden, sofort auf die Socken machen, weil es einfach gar nicht möglich ist. Dafür müssen die Eltern nicht so lange brüten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen